Der Einmarsch

Nachdem die US-Armee am 23. Februar 1945 an der Rurfront bei Düren zum entscheidenden Vorstoß angesetzt hatte, schritt deren als Operation „Lumberjack“ bezeichneter Vormarsch zügig voran. Köln wurde zur Frontstadt.

Am Abend des 4. März erreichten amerikanische Verbände ihre vorgesehenen Ausgangspositionen unmittelbar an der Stadtgrenze und eröffneten gegen 7 Uhr am folgenden Morgen ihren Angriff Richtung Innenstadt, die sie gegen Mittag des nächsten Tages erreichten.

Am Abend des 4. März erreichten amerikanische Verbände ihre vorgesehenen Ausgangspositionen unmittelbar an der Stadtgrenze und eröffneten gegen 7 Uhr am folgenden Morgen ihren Angriff Richtung Innenstadt, die sie gegen Mittag des nächsten Tages erreichten.

Der Einmarsch

US-Propaganda

Am Abend des 4. März erreichten US-Verbände nördlich, westlich und südwestlich von Köln ihre Ausgangspositionen, von denen aus die mit Infanterie verstärkte 3. Panzer-Division am nächsten Morgen gegen 7 Uhr den Angriff ins Stadtinnere startete. Im Nordwesten überwanden die Panzer problemlos den äußeren Verteidigungsring bei Ossendorf und drangen in Bickendorf ein, im Norden erreichten sie gegen Mittag das Gebiet zwischen Neusser Straße und Eisenbahntrasse auf der Höhe von Longerich.

Die Befreiung des linksrheinischen Köln verlief angesichts der von NS-Seite zuvor propagierten Schreckensbildern erstaunlich schnell und unspektakulär. Auch die in den Wochen zuvor mit hohem Aufwand errichteten, allerdings völlig unzulänglichen Panzersperren vermochten die überlegenen US-Truppen nicht aufzuhalten. Ohne große Verzögerungen und Widerstände drangen sie im Norden nach Riehl und Nippes sowie im Westen nach Ehrenfeld und Lindenthal vor und erreichten sehr bald die Ringe und damit die Innenstadt.

Hier stoppten die Amerikaner am frühen Abend des 5. März ihren Vormarsch, um den kommenden Tag abzuwarten, an dem bei Tageslicht die letzte Etappe bewältigt werden sollte.

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"Zunächst, als wir einrückten, schien die ganze Stadt menschenleer zu sein bis auf ein paar Infanteristen der Nachhut. Dann begannen hunderte Bürger ihre Keller zu verlassen und riefen und winkten uns zu." (Korrespondent der Londoner Daily Mail, 5.3.1945)

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"Durch den kühlen Sprühregen sahen wir ein Schild: ,Dank der Spearhead Division, der 3. Panzerdivision, betreten Sie nun Cöln.‘ Wir fahren vorbei und weiter in eine Stille und Leere. Wenn man den Jeep anhält, hört man nichts, sieht man keine Bewegung auf den großen verlassenen Alleen, gesäumt von leeren Steinkästen. In dieser Stadt von 800 000 Einwohnern scheint jetzt niemand mehr zu leben. Dennoch leben hier wahrscheinlich etwa 30 000, aber sie leben unter der Erde, sicher vor dem Terror der alliierten Luftmacht." (Sidney Olson, Korrespondent von TIME und LIFE am 6.3.1945)

Der Einmarsch | US-Truppen auf dem Weg zum Dom

US-Truppen auf dem Vormarsch über die Aachener Str. ins Stadtinnere, 5.3.1945. Im Hintergrund sieht man eine geöffnete Panzersperre aus Straßenbahnwagen und einbetonierten Eisenbahnschienen. (NS-DOK)

Es herrschte in Reihen der US-Truppen allerdings erhebliche Unsicherheit, weil man im Kölner Zentrum starke deutsche Kräfte erwartete, die in den verwinkelten und engen Straßen einen Häuserkampf initiieren würden. „Was für eine Festung eine Stadt in der Hand eines entschlossenen Verteidigers sein kann“, so berichtete etwa die New York Times am 6. März über „The Battle of Cologne“, sei während des Krieges wiederholt vorgeführt worden, und nannte den Kampf um Stalingrad als abschreckendes Beispiel.

Weil der von Gauleiter Grohé vollmundig angekündigte „Endkampf“ um Köln bis auf gelegentliche Schusswechsel mit versprengten deutschen Truppenteilen jedoch weitgehend ausblieb, brachte zur Erleichterung der Amerikaner bereits der 6. März die Entscheidung. Die ersten Infanteristen der 104. Division erreichten das Rheinufer in der Altstadt gegen 14 Uhr, und kurz vor 19 Uhr rollten die Panzer der 3. Division auf die Rampe der Hohenzollernbrücke, die sieben Stunden zuvor von deutschen Pionieren gesprengt worden war. Die „Schlacht um Köln“, die keine war, war beendet und die Furcht vor einem „Stalingrad am Rhein“ gegenstandslos geworden.

Es vergingen allerdings noch weitere 24 Stunden, bis sich die letzten deutschen Einheiten, immer wieder in Scharmützel mit der amerikanischen Infanterie verwickelt, in Richtung Süden oder mit Booten über den Rhein aus der Stadt zurückgezogen hatten.

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"Lasst die Amerikaner kommen! Für jeden Trümmerhaufen, den sie auf Kölns geheiligtem Boden erobern, werden sie mit dem Blut ihrer besten Divisionen bezahlen müssen." (Deutsches Nachrichtenbüro, 8.3.1945)

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Der Einmarsch

Befreier oder Besatzer?

6. März 1945: US-Soldaten in der Lindenstraße. Im Vordergrund ein toter Wehrmachtsangehöriger. (NS-DOK/National Archives and Records Administration, Washington D.C./Fred Ramage)

Erstaunt registrierten die amerikanischen Soldaten den ungewöhnlichen Empfang durch die in Köln verbliebene Zivilbevölkerung. Ein Unteroffizier der Panzertruppen, dessen Einheit am 5. März als eine der ersten in die Stadt hineinfuhr, berichte, sie seien als Befreier empfangen worden, wobei er insbesondere auf die zahlreichen Kinder und alten Menschen hinwies, die die US-Truppen erwartet und begrüßt hätten.

Auch die aufmerksam beobachtenden Angehörigen der amerikanischen Aufklärung bestätigten ohne Ausnahme den überraschend freundlichen Empfang des Gegners. In den Vororten, die bereits am 5. März besetzt wurden, strömten die Menschen aus den Kellern, schwenkten weiße Tücher und winkten den amerikanischen Soldaten zu. Als deutlich wurde, dass von deren Seite keine Gefahr drohte, verlieh die in den Trümmern ausharrende Bevölkerung ihrer Freude und Erleichterung über die Ankunft der Amerikaner immer offenkundigeren Ausdruck und reichte ihnen Brote, Marmelade, Bier und Bretzeln.

Lediglich in einem Punkt wurde Kritik geübt: „Es war nicht nötig, die Stadt nochmal zu bombardieren. Wir wollten uns sowieso ergeben.“

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"Die Leute warfen den Soldaten ganze Brote zu und brachten ihnen Marmelade, eingemachte Kirschen, Bier und Bretzel. Dann trugen einige Mädchen — sehr hübsche im Übrigen — einen Phonographen heraus und spielten Platten ab. Es begann richtig gemütlich zu werden." (Bericht der New York Times, 9.3.1945)

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"Einige Bierhausbesitzer boten Freibier und Wein an. Leute, die an der Straße standen oder in ihren Fenstern lagen, schauten äußerst wohlwollend auf die neuen Helden. Männer tippten an ihre Hüte und sagten ‚Guten Morgen‘, Mädchen setzten ihr verführerischstes Lächeln auf. Zivilisten zeigten eine große Neigung, den Soldaten auf den Rücken zu klopfen und riefen ihnen scherzhafte Bemerkungen zu. Überall war ein mehr oder weniger aufrichtiges Gefühl der ‚Befreiung‘ zu spüren, wurden Panzer von Zivilisten angehalten, die in gebrochenem Englisch oder auf gut Deutsch einfach nur sagten: ‚Endlich seid Ihr gekommen, seit Jahren haben wir auf Euch gewartet.‘ Ein Interviewer berichtete, dass Sätze wie ‚Wir haben fünf Jahre auf Euch gewartet‘, oft zu hören waren." (Weekly Intelligence Summery, 21.3.1945)

Der Einmarsch | Befreier oder Besatzer?

6. März 1945: US-Soldaten im Gespräch mit Kölner Zivilisten (Dr. Franz Rieder)

Die nahezu euphorisch wirkende Erleichterung und Ausgelassenheit der Kölnerinnen und Kölner war angesichts der jahrelangen Bombardements nachvollziehbar. Doch war diese Stimmungslage nur von kurzer Dauer, löste sich bereits am folgenden Tag auf und wich schnell einer drückenden Apathie. Von „Befreiung“ war nun immer weniger die Rede. Dazu trugen die ersten Maßnahmen der Besatzungsmacht sicherlich in erheblichem Maße bei: Ausgangssperre, Schließung der Gaststätten, Räumung der Sperrzone am Rhein oder die Bekanntmachung des Besatzungsrechts schränkten das erhoffte freie Leben deutlich ein.

Zugleich stellten die Verantwortlichen der Militärregierung sehr bald fest, dass sich große Teile der Bevölkerung den neuen Machthabern schnell andienten und sich einzuschmeicheln versuchten, um so in den Genuss von Vergünstigungen zu kommen. Außerdem beklagten viele Kölner ihr hartes Kriegs- und Bombenschicksal, ohne über die eigene Verantwortung dafür nachzudenken.

Unter solchen Umständen wurde die Ankunft der Alliierten schnell auf das ersehnte Ende von Bombenkrieg und dumpfer Kellerexistenz reduziert, während aufmerksame Beobachter kaum mehr ein Gefühl tatsächlicher Befreiung vom NS-Regime auszumachen vermochten. Stattdessen vermittelten die Kölner den Amerikanern verstärkt den Eindruck, als ob sie es wären, die aufgrund des jahrelangen, von Briten und Amerikanern zu verantwortenden Luftkriegs ein Anrecht auf Verständnis, Mitgefühl und Hilfe reklamieren dürften.

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"Viel davon ist offenkundig nicht echt; überschwängliche Begeisterung und lächelndes Entgegenkommen sind den Menschen in dieser Gegend immer leichtgefallen. Die Opportunisten verraten sich zwangsläufig durch ihren Eifer, die in der Stadt verbliebenen Nazis anzuschwärzen oder mit dem Finger auf sie zu zeigen. Es ist nützlich, in diesem Zusammenhang daran zu erinnern, dass ein führender Zentrumspolitiker sein Zusammengehen mit den Nazis einst mit folgendem Zynismus in Kölner Mundart verteidigte: ‚Mer Kölner sin wie der leeve Jott, immer mit der sterkste Battallione.‘ Ganz offensichtlich sitzt der Schuh nun am anderen Fuß. Die alliierte Besetzung bedeutet hauptsächlich die Befreiung vom Schrecken des Bombardements aus der Luft und des Artilleriebeschusses, die Befreiung von der Furcht, jederzeit nolens volens evakuiert zu werden, die Befreiung vom ständigen Leben unter der Erde. Das Gefühl der Erleichterung sollte jedoch nicht mit einem originär politischen Gefühl der Befreiung verwechselt werden. In diesem Sinne sind die, die tatsächlich befreit wurden, in der Minderzahl gegenüber jenen, die sich einbilden, befreit worden zu sein." (Weekly Intelligence Summery, 21.3.1945)

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"Eine gewisse Servilität, über die sich einige Beobachter bereits ausgelassen haben, ist mir eigentlich nicht aufgefallen. Freilich, einige Deutsche versuchen schon, sich anzubiedern; sie lungern ständig um die Büros der Militärverwaltung herum und ziehen ihre Hüte in fast abstoßender Eilfertigkeit, wenn man sie anspricht. Aber die Mehrheit der Deutschen scheint zurückhaltend und vielleicht sogar eher feindselig zu sein. Aus einigen Blicken, die dem meinem begegneten, glaubte ich, eine Art von Trotz aufleuchten zu sehen, den Trotz der Verlierer, was mir, wenn es überhaupt etwas zu bedeuten hat, Ausdruck dafür zu sein scheint, dass diese Menschen zutiefst beschämt darüber waren, den Krieg verloren zu haben. Es stimmt nicht, dass sie alle leugnen, jemals Nazis gewesen zu sein. Einige geben bei ihrer Registrierung zu, Parteimitglied gewesen zu sein, auch wenn sie dabei stets behaupten, unter Zwang gehandelt zu haben." (George Orwell aus Köln, März 1945)

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"Es ist ein ausgesprochen seltsames Gefühl, sich nach den langen Kriegsjahren schließlich auf deutschem Boden zu befinden. Man sieht sich umgeben von diesem Herrenvolk, das auf Fahrrädern seinen Weg zwischen den Trümmerhaufen sucht oder mit Krügen und Eimern umherjagt, um von einem der Pferdewagen Trinkwasser zu ergattern. Es ist schwer vorstellbar, dass es sich um die gleichen Menschen handelt, die gerade noch den europäischen Kontinent vom Ärmel-Kanal bis zum Kaspischen Meer beherrscht hatten und die auch unsere Insel hätten erobern können, hätten sie nur geahnt, wie schwach wir waren." (George Orwell aus Köln, März 1945)

Der Einmarsch | Befreier oder Besatzer?

Ein Seitenflügel des Kölner Gefängnisses Klingelpütz, 16. März 1945 (Fotograf: Sgt. McNulty / U.S. Signal Corps)

Tatsächlich befreit worden und in den meisten Fällen nur knapp dem drohenden Tod entronnen waren hingegen jene Menschen, die in den Kölner Haft- und Folterstätten die Besetzung herbeigesehnt hatten. 80 Insassen des Gefängnisses „Klingelpütz“ hatte man zwischen dem 2. März und der Ankunft ihrer Befreier sich selbst überlassen. Als die dann am 10. März endlich im Gefängnis eintrafen, fanden sie mehrere Gefangene bewusstlos vor. Für sieben kam jede Hilfe zu spät, drei weitere starben in den folgenden Tagen.

Am 25. Mai 1945 mussten im Klingelpütz inhaftierte NS-Funktionäre auf Anweisung der Militärregierung ein im Gefängnishof angelegtes Grabes öffnen und die exhumierten Leichen ihrer Opfer zum Hansaplatz transportieren. Hier kamen am 3. Juni dann fast 1.500 Menschen zur feierlichen Einweihung eines Gedenksteins zusammen, auf dem es hieß: „Hier liegen sieben Opfer der Gestapo. Dieses Denkmal ist eine Erinnerung an Deutschlands schändlichste Zeit - 1933-1945.“

Der „Kölnische Kurier“ bezifferte, nachdem man auch im Hof des EL-DE-Hauses zahlreiche Leichen gefunden hatte, die Zahl der von der Kölner Gestapo ermordeten politischen Opfer - die meisten von ihnen Zwangsarbeiter - am 25. Oktober 1945 mit weit über 2.000. Exakt ermitteln lässt sich die Zahl der Ermordeten nicht mehr.

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"Es war gut, dass ein halbes Dutzend amerikanischer Journalisten sie [die Folterkammern Kölns] gemeinsam besichtigt hat, damit unsere übereinstimmenden Augenzeugenberichte auch wirklich Gehör finden. Manchmal scheint es nämlich, als wollten die Amerikaner, insbesondere jene, die der Lehre von den guten und den schlechten Deutschen anhängen, von den Nazi-Gräueln nichts hören." (US-Journalistin Janet Flanner, 19.3.1945)

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"Wir alle waren überrascht von der feinen Art, in der sich die Kölner Bürger kleideten. Als wir kurz nach der Besetzung in der Stadt ankamen, erschien uns das wie eine Modenschau. Auf der Straße sah man viele Pelzmäntel, jeder trug Strümpfe, die meisten davon aus Seide. Verglichen mit der Bevölkerung in Großbritannien und Italien, die wir als Korrespondenten gesehen haben, sind die Deutschen unglaublich gut gekleidet. Ich glaube, wir waren alle Opfer eines Wunschdenkens über den Lebensstandard der Deutschen." (Margaret Bourke-White aus Köln, März 1945)

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"Ein schmaler junger Belgier in abgeschabtem Tweed stand betend an einem Erdhügel im Gefängnishof. Eine Nacht vor dem Auftauchen unserer Soldaten waren hier sein Vater und vier weitere Gefangene begraben worden." (US-Journalistin Janet Flanner, März 1945)

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"Allerdings sind die Kölner wohl besser genährt als die Menschen in Frankreich und Belgien, auch haben sie modernere Fahrräder, und man sieht mehr Frauen in Seidenstrümpfen, als bei uns in England." (George Orwell aus Köln, März 1945)

Der Einmarsch | Befreier oder Besatzer?

"6. März 1945: In der Christophstraße ergeben sich zwei Männer mit weißen Taschentüchern. Ob es sich - wie angegeben - um deutsche Zivilisten handelt, erscheint mir zweifelhaft. Eher wohl Zwangsarbeiter (Italiener?). (NS-DOK)

Als die US-Truppen das linksrheinische Köln befreit hatten, konnten endlich auch jene Jüdinnen und Juden aufatmen, die in den Trümmern des linksrheinischen Köln untergetaucht waren und dort überlebt hatten. Bis zum 24. März 1945 hatte die Militärverwaltung 277 von ihnen registriert, unter ihnen auch die nichtjüdischen Partner aus „Mischehen“. Bis Anfang 1948 wurden rund 700 Namen von Angehörigen der jüdischen Religionsgemeinschaft namentlich erfasst, die den Holocaust überlebt hatten und – zumindest kurzzeitig – nach Köln zurückgekehrt waren.

Nahezu alle von ihnen hatten sich bis zum Kriegsende durch die überall lauernde Gefahr eines üblen Denunziantentums bedroht gesehen. Ihm fielen bis zum Schluss immer wieder Menschen zum Opfer oder wurden in den Tod getrieben, obwohl einigen zugleich auch von anderer Seite geholfen wurde. Es gab sie tatsächlich, die mutigen Helferinnen und Helfer, deren Mitmenschlichkeit und Hilfe sich gegen die Maßnahmen eines verbrecherischen Regimes richteten. Sie bildeten einen – wenn auch kleinen - Gegenpol zu einer Gesellschaft, die dem NS-Regime bis zum Schluss mehrheitlich die Treue hielt. Entsprechend überschaubar war die Zahl der „Stillen Helfer“, deren Handeln nach Kriegsende dann zumeist totgeschwiegen wurde.

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"Wir feiern also heute. Wir haben die ersten Amerikaner oder Engländer, mir ist das gleich, gesehen. Das bedeutet für uns Wiedergeburt, Erlösung und Gleichberechtigung. Wieviel Angst haben wir ausstehen müssen. Wie oft wähnte ich Vater nicht schon so gut wie tot, uns im Gefängnis. Es ist ein Wunder, dass wir entkommen sind, dass wir nicht wie so endlos viele unsrer Leidensgenossen in Polen umkamen, dass man uns hat hier leben lassen, obgleich man wie es doch scheint von uns wusste, dass wir Futter bekamen mehr wie genug um die letzten schrecklichen 4 Wochen zu überstehen. Sollte man da noch zweifeln, dass die Zukunft nicht ebenso viel Glück mit sich bringt? Wir feiern also heute." (Tagebuchnotiz Berta Frank, die sich mit ihrem jüdischen Vater seit Herbst 1944 in der Nähe von Schleiden versteckt hielt, 4.3.1945)

Der Einmarsch

Einrichtung der MilitÄrverwaltung

Die Offiziere des Military Gouvernment Detachement E1H1 mit Colonel Patterson (schwarze Jacke) vor dem Gebäude am Kaiser-Wilhelm-Ring 2, April 1945 (Nachlass Patterson, La Jolla, USA)

Als westalliierte Truppen am 11. September 1944 deutschen Boden betraten, waren sie darauf vorbereitet, in den befreiten Kommunen umgehend Militärverwaltungen einzurichten. Das für Köln vorgesehene und auf seine Aufgabe intensiv vorbereitete Detachment E1H2 lag im belgischen Verviers im Wartestand und kam nach der Besetzung des Aachener Raumes erstmals in Alsdorf zum Einsatz.

Mitte Februar 1945 wurde die Einheit schließlich dem Truppenverband zugewiesen, der die Einnahme Kölns durchführen sollte. Entsprechend rückte eine 17-köpfige Vorausabteilung des Detachments in der Nacht vom 6. auf den 7. März unmittelbar hinter den Soldaten der 104. Infanteriedivision in Köln ein. Hier bezog es unter dem Befehl von Lt. Col. John K. Patterson seine Arbeitsräume in einem nur leicht beschädigten Bürogebäude am Kaiser-Wilhelm-Ring 2 und begann umgehend, sich einen unmittelbaren Eindruck vom Zustand der Stadt zu verschaffen. Die Offiziere der Militärverwaltung wurden Wohnungen in Köln-Marienburg untergebracht, während das nur kurzfristig in Köln verweilende Oberkommando der US-Kampftruppen seinen Sitz im Hotel Excelsior nahm.

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"Niemals zuvor haben Besatzungstruppen mit einer Zerstörung solchen Ausmaßes fertig werden müssen. Es ist nahezu unmöglich, in Städten die Ordnung wiederherzustellen oder zu schaffen, wenn alle Dienstleistungen, von denen städtisches Leben abhängt — Wasser, Licht, sanitäre Anlagen, Verkehrsmittel, ganz zu schweigen von Häusern, Märkten, Straßen — sich in Nichts aufgelöst haben. (…) Dass die Arbeit unter den denkbar ungünstigsten Bedingungen in Angriff genommen werden muss, stellt eine Herausforderung an unsere Fähigkeiten und unsere Kompetenz in einem Kampf dar, der noch lange nicht beendet sein wird, wenn der letzte Schuss gefallen ist. In den Ruinen von Köln, dem schrecklichen Symbol der Trümmer des Hitler`schen Reiches, beginnen wir die harte und unvermeidbare Aufgabe, eine neue und sichere Welt zu errichten." (New York Times, 9.3.1945)

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Wachposten im Eingang des Hauses Kaiser-Wilhelm-Ring 2, in dem die Militärregierung untergebracht war, 10. April 1945 (National Archives and Records Administration, Washington D.C.)

Am frühen Morgen des 9. März 1945 nahm die Militärregierung Köln offiziell ihre Arbeit auf. Die Personalstärke des gesamten Detachements E1H1 betrug zwischen 70 und 85 Personen, unter ihnen 21 Offiziere. Offiziell feierten die amerikanischen Truppen die Eroberung des linksrheinischen Stadtgebietes am 11. März 1945 mit einem Flaggenappell im Müngersdorfer Stadion.

Danach begann der harte Alltag. Als John Patterson und sein Team von US-Zeitungskorrespondenten nach ihren ersten Aufgaben gefragt wurden, verwies der Chef der Militärregierung auf die „weiße Liste“, mit der man Köln betreten habe. Die erste Aufgabe werde nun darin bestehen, anhand dieser Aufstellung geeignete Zivilisten für die zentralen Positionen zu finden, etwa für jene des Polizeipräsidenten oder des Feuerwehrchefs und natürlich für die zentrale Funktion des Oberbürgermeisters. Daneben werde man versuchen, die Unterlagen über die Lebensmittelbestände der Stadt aufzuspüren und ein entsprechendes Versorgungssystem aufzubauen.

Der Einmarsch | Einrichtung der MilitÄrverwaltung

Um eine Lageeinschätzung zu ermöglichen, war eine verlässliche Erfassung der sich im linksrheinischen Köln aufhaltenden wie auch der alsbald zurückströmenden Bevölkerung durchzuführen. Diese war zudem die unverzichtbare Grundlage zur Ermittlung von NS-Tätern und für die Durchführung der unabdingbaren Entnazifizierung.

Die in Köln durchgeführte Registrierung war die erste, die nach Kriegsende auf deutschem Boden durchgeführt wurde. Nachdem bereits am 14. März mit den Vorplanungen und der Einrichtung von sechs im Linksrheinischen verteilten Büros begonnen worden war, wurde die Kölner Bevölkerung seit dem 18. März durch Plakate und Lautsprecherwagen auf die zwei Tage später beginnende Erfassung hingewiesen.

Nach deren Abschluss lag eine erste solide Grundlage für die Ausgabe von Lebensmittelkarten vor. Danach lebten Anfang April im linksrheinischen Teil der Stadt innerhalb der Militärringstraße rund 42.000 Menschen. Die Registrierung der rechtsrheinischen Bevölkerung konnte erst ab dem 5. Mai 1945 durchgeführt werden.

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Sitz der britischen Militärregierung für den Regierungsbezirk Köln am Kaiser-Wilhelm-Ring, Herbst 1945 (?) (NS-DOK)

Von den knapp 15 Wochen, in denen Detachement E1H2 in Köln die Fäden in der Hand hielt, bildete der Rhein im ersten Drittel die Front- und damit die offizielle Kampflinie. Das konnte nicht ohne Auswirkungen auf die Arbeit und den Einfluss der lokalen Militärregierung bleiben, denn neben ihr residierte während dieser Zeit auch das Oberkommando der US-Kampftruppen in Köln, das somit „zwei Könige in einem Schloss“ beherbergte. Die Probleme, die sich aus dieser Doppelherrschaft des „zivilen“ Stadtkommandanten und der - häufig wechselnden - Kampfkommandeure ergaben, verloren erst mit der Besetzung der rechtsrheinischen Stadtteile Mitte April an Bedeutung.

Schon einen Monat später vollzog die amerikanische Militärregierung erste Schritte zur Übergabe Kölns. Am 16. Mai brachte Stadtkommandant Patterson die Kommandeure aller Detachments im Regierungsbezirk mit ihren britischen Nachfolgern für die Landkreise Köln, Euskirchen und Bergheim sowie den Stadt- und Landkreis Bonn zusammen. Die stadtkölnische US-Militärregierung hingegen verblieb noch einen weiteren Monat im Amt, bis sie im Juni 1945 die Geschäfte an die Briten übergab.

Der Einmarsch

Kontakte und Kommunikation

US-Soldaten vor einem Blindgänger in der Kölner Innenstadt, März 1945 (Dr. Franz Rieder)

Bereits im Sommer 1944 war für Angehörige der westalliierten Truppen ein Fraternisierungsverbot mit der deutschen Bevölkerung festgelegt worden, das ab April 1945 durch die Direktive JCS 1067 ersetzt wurde. Tatsächlich waren es die meisten Deutschen, die sich zunächst an das Verbot der Kontaktaufnahme hielten, während sehr viele US-Soldaten in dieser Hinsicht „lockerer“ auftraten. Der „No Fraternisation“-Anordnung zum Trotz verteilten sie Süßigkeiten an Kinder, kamen in Kontakt zu deren Eltern und unterhielten „freundliche“ Beziehungen. Dieses Phänomen ließ sich bereits unmittelbar nach dem Einmarsch auch in Köln beobachten.

Andererseits waren engere Kontakte zwischen Besatzern und Besetzten ohnehin nicht zu vermeiden, musste bei der Wiedererrichtung von Brücken, der Reparatur von Wasserleitungen und der Instandsetzung des Stromnetzes doch von Beginn an eng und möglichst vertrauensvoll zusammengearbeitet werden.

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"Die Natur des amerikanischen Soldaten ist so beschaffen, dass er dazu neigt, in seiner Behandlung anderer Leute, ob Freund oder Feind, freundlich und generös zu sein. Genau die Faktoren, die, wie wir doch gerne denken, einen Amerikaner zum Amerikaner machen – das Prinzip der Fairness, Anständigkeit und die in dem Satz ‚Gib einem Mann keinen Stoß, wenn er am Boden liegt‘ ausgedrückte Idee -, wirken dem Erfolg des Nicht-Fraternisierungs-Befehls entgegen. Tatsächlich geht die Tendenz dahin, den Gegner vom Boden aufzuheben, ihn in seine Ecke zu tragen, ihm den Staub abzuwischen und in bester sportlicher Tradition seine Hand zu schütteln." (Arthur Goodfriend, Chefredakteur von The Stars and Stripes, Oktober 1944)

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"Auf Fraternisieren steht in Köln eine hohe Strafe. Was man in Aachen, wo wir unsere ersten Erfahrungen mit Deutschen en masse sammelten, die Fünfundsechzigdollarfrage nannte - die von General Eisenhower angeordnete Geldstrafe für Soldaten, die ein deutsches Mädchen ansprechen -, hat sich in Köln zu zehn Jahren Gefängnis gesteigert. Dort war ich Zeuge, wie ein Soldat länger als nötig mit einem Fräulein das Problem seiner Wäschereinigung verhandelte, an sich ein kurzer, harmloser, platonischer Dialog. Er wurde von der Militärpolizei festgenommen; theoretisch erwarten ihn zehn Jahre. Ein anderer, der von der MP geschnappt wurde, gehörte einem Spähtrupp an, hatte sich verlaufen und versuchte, sich mit schlechtem Deutsch durch die zerstörten Straßen hindurchzufragen." (US-Journalistin Janet Flanner, März 1945)

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Kölnerinnen und Kölner lesen an der Wand eines Bunkers angebrachte Bekanntmachungen der Militärregierung, März 1945 (Koelnprogramm)

Von erheblicher Bedeutung für eine erfolgreiche Bewältigung der auf die Besetzung unmittelbar folgenden Probleme war ein halbwegs funktionierender Nachrichtenaustausch. Die Militärregierung musste der Kölner Bevölkerung mitteilen, was sie von ihr erwartete, was die Menschen zu tun und was sie zu lassen hatten, welche neuen Vorschriften erlassen worden waren, wo Lebensmittel und andere Waren bezogen werden konnten oder was sonst noch zu beachten war. Zugleich befand man sich offiziell ja noch im Kriegszustand und auf der anderen Rheinseite wüteten weiterhin letzte Vertreter des NS-Regimes.

Verantwortlich für das wichtige Aufgabenfeld des Nachrichtenaustauschs zeichnete die Psychological Warfare Division, unter deren Mitarbeitern sich viele deutsche Emigranten befanden. Sie war sowohl für die Beschaffung als auch für die Verbreitung von Informationen zuständig. In Köln geschah letzteres zunächst über ein einmal wöchentlich verteiltes alliiertes Informationsblatt („Die Mitteilungen“) und den Einsatz von Lautsprecherwagen, mit deren Hilfe Anordnungen der Militärregierung und auch Nachrichten im Stadtgebiet verbreitetet wurden.

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Lautsprecherwagen der amerikanischen Militärregierung vor dem Hahnentor am Rudolfplatz. Links am Baum ein im gesamten Stadtgebiet angebrachtes Plakat mit dem Hitler-Zitat „Gebt mit fünf Jahre Zeit und ihr werdet Deutschland nicht wiedererkennen“. (Dr. Franz Rieder)

Überall dort, wo die Militärregierung Informationstafeln aufstellte oder Lautsprecherwagen platzierte, um ihre Anordnungen und Mitteilungen an die Kölner Bevölkerung zu kommunizieren, trafen größere Menschenmengen zusammen. Diese Orte – wie etwa ein Info-Stand am Rudolfplatz oder die acht in der Innenstadt aufgestellten Plakatwände - wurden zu „hot spots“ der Kommunikation und des Meinungsaustauschs. Hier konnte die Bevölkerung auch die Proklamation Nr. 1 der Westalliierten „An das deutsche Volk“ lesen, in der es hieß: „Wir kommen als ein siegreiches Heer, jedoch nicht als Unterdrücker.“ Unter solchen Umständen wurde insbesondere der Sitz der Militärregierung am Kaiser-Wilhelm-Ring 2 vorübergehend zu einem der wichtigsten Plätze Kölns.

Zugleich wurde unmittelbar nach der Besetzung mit den Vorbereitungen zum Druck einer lokalen Zeitung unter alliierter Kontrolle begonnen. Eine „Vorauseinheit“ des zuständigen Truppenteils suchte und fand im Gebäude der Kölnischen Zeitung eine intakte Druckerei. So konnte bereits am 2. April 1945, als im Rechtsrheinischen noch gekämpft wurde, die erste Nummer der Zeitung Kölnischer Kurier erscheinen. Das von Deutschen hergestellte, allerdings von der Militärregierung kontrollierte Blatt erschien zunächst wöchentlich, dann zweimal pro Woche.

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"Montag, 12. 3. 45. War heute Mittag bis zur Ringstraße. Am Rudolfplatz stand ein Militär-Wagen, da bekam man jede gewünschte Auskunft. Das tollste Zeug wurde gefragt, einer sogar die Uhrzeit, und die wurde noch mit derselben Freundlichkeit gegeben. Am Kaiser-Wilhelm-Ring gab es amerikanische Zeitungen. Jetzt nach bald 14 Tagen weiß ich, wie die Front steht. Jetzt, wo man Radio hören kann, Meldungen usw., ist man nicht ganz von der Welt abgeschlossen." (Tagebucheintrag des am Takuplatz wohnenden J.K., , 12.3.1945)

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"Donnerstag, 8. 3. 45. Seit Wochen kein Radio, seit über einer Woche keine Zeitung, man weiß nicht, was eigentlich los ist, ob die Front hier links-oder rechtsrheinisch steht. Wie immer dann allerlei Gerüchte, ein großes Durcheinander. Keine Zivilverwaltung, Plünderungen usw. Zu kaufen gibt es nichts, auch nicht auf Marken, nur selten einmal, und dann bekomme ich wie immer nichts. Stiefkind des Lebens." (Tagebucheintrag des am Takuplatz wohnenden J.K., , 12.3.1945)

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"Es würde einem guten Zweck dienen, wenn umgehend ein P&PW Zeitungsteam geschickt werden könnte, um die Herausgabe einer Zeitung in Angriff zu nehmen. In einer so bevölkerungsreichen Stadt wie Köln sollte es eine unmittelbare Kommunikation zwischen den Verantwortlichen der Besatzungsmacht und der Öffentlichkeit geben." (Daily Report des Detachement E1H2, 9.3.1945)

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"Als wir im Druckereigebäude, das nicht fern vom Rhein lag, ankamen, hatte sich der nächtliche Himmel über Köln gerötet. Von der anderen Seite des Rheins feuerte die deutsche Artillerie in die Stadt der Gespenster. Unsere Artillerie erwiderte das Feuer. Es war das Duell über einem Friedhof. Hier und da peitschte eine Maschinengewehrsalve durch die Luft. Wir gingen nicht aufrecht durch die Tür der Druckerei — wir zogen es vor, von unserem Jeep zur Tür zu kriechen. Der Kölnische Kurier erschien — unglaublich wie es scheinen mag — am nächsten Morgen. Den größten Teil des Manuskripts hatten wir aus Luxemburg mitgebracht." (Bericht Hans Habe, zuständiger Offizier der US-Militärregierung)

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"Zur Feier des Ostertages bekamen wir am Nachmittag wieder Licht nach langer Zeit und saßen in der Novalisstraße alle um das Radio herum und hörten mit Interesse nach langer Zeit Nachrichten und amerikanische Musik." (Tagebucheintrag Resi Greven, 31.3.1945)

Der Einmarsch | Kontakte und Kommunikation

Jeeps der amerikanischen und britischen Pressefotografen an der Bahnunterführung auf der Venloer Straße, 6. März 1945 (NS-DOK)

Weniger für die Bevölkerung der unmittelbaren Nachkriegszeit als vielmehr für die nachfolgenden Generationen kam nichtverbalen Kommunikationsformen eine große, die Vorstellung vom Kriegsende künftig maßgeblich prägende Bedeutung zu. Einige US-Fotografen und Kameramänner nahmen als Angehörige der alliierten Truppen sogar unmittelbar am Einmarsch teil. So entstand eine dichte Dokumentation der Ereignisse, die zum Vorbild moderner Kriegsberichterstattung wurde, die sehr viel später als „embeded“ bezeichnet werden sollte.

In den ersten Tagen und Wochen nach dem 6. März wurde Köln als erste eroberte deutsche Großstadt dann zum beliebten Zielort zahlreicher Journalisten und Fotografen - darunter so prominente Personen wie Margaret Bourke-White, Lee Flanner, Martha Gellhorn, Lee Miller oder George Orwell. Sie durchstreiften die Stadt und hielten dabei das Ausmaß der Trümmerwüste ebenso fest wie spezielle Szenen. Zudem befragten sie jene verstörten Menschen, die den Bombenkrieg und das Kriegsende in Köln erlebt hatten. Ihre Bilder und Berichte fanden weltweite Aufmerksamkeit und beeinflussen unsere Vorstellungen über die damalige Lage bis heute.

Kapitel 3: Kriegsende – Neuanfang?

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